Am 8. und 9. März 2025 trafen sich die Delegierten des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) in Heidelberg zur jährlichen Mitgliederversammlung. Im Fokus standen berufspolitische Entwicklungen, Marktveränderungen und insbesondere die Zukunft der beruflichen Bildung. Mit intensiven Fachdiskussionen und richtungsweisenden Beschlüssen setzte die Versammlung wichtige Impulse für die Branche.

Meisterpräsenz und neue Meisterverordnung im Fokus
Die Bedeutung der Meisterpräsenz war ein zentrales Thema der Versammlung. Klaus Schmitz, Justiziar des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), unterstrich die Unverzichtbarkeit der Meisterqualifikation in der Augenoptik. ZVA-Präsident Christian Müller betonte: „Der Erhalt der Meisterpflicht ist für unseren Berufsstand essenziell und wir werden mit aller Kraft dafür kämpfen.“ Gleichzeitig berichtete Rainer Hankiewicz, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, über die Fortschritte bei der neuen Meisterverordnung. Ziel ist eine Stärkung der optometrischen Inhalte sowie eine klare Verantwortung des Meisters für das Medizinprodukt Brille.
Studie belegt Fahrtauglichkeit mit Ortho-K-Kontaktlinsen
Auch wissenschaftliche Themen standen auf der Agenda: Eine Studie zur Fahrtauglichkeit mit Orthokeratologie-Kontaktlinsen wurde erfolgreich abgeschlossen und Dr. Stefan Bandlitz von der Höheren Fachschule für Augenoptik und Optometrie in Köln stellte auf der ZVA-Mitgliederversammlung die Ergebnisse vor, die im Fachmagazin Contact Lens and Anterior Eye veröffentlicht wurden. Die Studie zeigt, dass der Visus mit Ortho-K-Linsen auch spät am Abend stabil bleibt und alle Sehanforderungen für die Fahrerlaubnis erfüllt. Der ZVA wird darauf aufbauend weitere Schritte unternehmen, um den rechtssicheren Einsatz von Ortho-K-Linsen im Straßenverkehr zu fördern.
Optometrisches Screening als Kassenleistung?
Ein weiterer Kernpunkt war die Einführung eines optometrischen Screenings als Kassenleistung. Christian Müller unterstrich die Notwendigkeit einer modernen Berufsbilderweiterung: „Wir brauchen moderne Gesellen- und Meisterberufe, um unseren Beruf attraktiver zu machen und die Politik von der Bedeutung präventiver Sehtests zu überzeugen.“ Der ZVA sieht hierin eine Chance, langfristige Gesundheitskosten zu senken und die augenoptische Versorgung zu verbessern.
Aktuelle Marktveränderungen und wirtschaftliche Entwicklungen
Der stationäre Branchenumsatz ist im vergangenen Jahr um drei Prozent gestiegen, während der Online-Handel weiterhin eine untergeordnete Rolle spielt. Thomas Heimbach, Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses, verwies während der ZVA-Mitgliederversammlung auf die zunehmende Filialisierung und den Rückgang inhabergeführter Betriebe. Die 26. Brillenstudie 2024/25 des Instituts für Demoskopie Allensbach liefert hierzu wertvolle Daten, die in den ZVA-Branchenbericht einfließen, der Ende April veröffentlicht wird.
Neugestaltete Websites und neue Imagekampagne „Ihre Innungsoptiker“
Außerdem wurde die Verbandskommunikation weiter ausgebaut. Giovanni Di Noto, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, berichtete über den Relaunch der Websites zva.de und innungsoptiker.de. Zudem startet im Mai die neue Imagekampagne „Ihre Innungsoptiker“. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen und das Vertrauen der Verbraucher zu stärken.
Die Mitgliederversammlung 2025 zeigte einmal mehr die zentrale Rolle des ZVA für die Branche. Die Einführung eines einheitlichen Fortbildungsbewertungssystems, die Stärkung der Meisterpräsenz und neue wissenschaftliche Erkenntnisse verdeutlichen den Wandel in der Augenoptik. Der ZVA wird diese Entwicklungen weiterhin aktiv mitgestalten.