Die Rodenstock Gruppe stellt ihre Tochtergesellschaft Optovision neu auf und verlagert die Brillenglasfertigung von Hessen nach Tschechien. Diese Maßnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und die Servicequalität für Kunden und Partner verbessern. Doch die Entscheidung hat weitreichende Folgen für die Belegschaft.

Die Rodenstock Gruppe stellt ihre Tochtergesellschaft Optovision neu auf. Im Zuge dieser Umstrukturierung soll die Brillenglasfertigung von Langen bei Frankfurt am Main nach Klattau in Tschechien verlagert werden. Dort befindet sich der modernste Produktionsstandort der Gruppe. Ziel der Maßnahme ist die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und eine Verbesserung der Servicequalität.
Hintergrund der Entscheidung
Die Reorganisation erfolgt vor dem Hintergrund steigender Produktionskosten und eines rückläufigen Produktionsvolumens in Deutschland. Durch die Verlagerung sollen Produktionskapazitäten innerhalb der Gruppe ausgeglichen und Qualitätsstandards vereinheitlicht werden. Das Produktportfolio von Optovision bleibt nach Unternehmensangaben unverändert.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Von den derzeit 368 Beschäftigten in Langen werden nach Abschluss der Umstrukturierung 130 Mitarbeiter weiterhin für Optovision tätig sein. Betroffen sind vor allem Produktionsbereiche sowie angrenzende Abteilungen wie Logistik und Versand. Für die betroffenen Mitarbeiter sind Unterstützungs- und Beratungsangebote geplant. Die Umsetzung der Veränderungen soll in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen.
Langfristige Unternehmensstrategie
Optovision will sich verstärkt auf Vertrieb, Marketing und Produktmanagement konzentrieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Laut Rodenstock COO Roland Dimbath ist die Verlagerung ein wichtiger Schritt zur globalen Positionierung der Gruppe. Optovision-Geschäftsführer Christian Bannert sieht darin eine Chance, die Servicequalität für Kunden und Partner nachhaltig zu verbessern.
Kontroverse um die Entscheidung
Betriebsrätin Kerstin Sburlea äußert sich kritisch zu der Maßnahme. Sie betont die schwierige Situation für viele Mitarbeiter, insbesondere für Familien und ältere Arbeitnehmer, die vor großen Unsicherheiten stehen. Auch die Rolle des Private-Equity-Investors Apax, der Rodenstock 2021 übernommen hat, wird in diesem Zusammenhang diskutiert.
Zukunft des Standorts Langen
Die Verwaltung und der Vertrieb von Optovision bleiben in Hessen. Allerdings soll der Firmensitz verkauft und durch ein kleineres Bürogebäude in der Region ersetzt werden. Die Verhandlungen über Sozialpläne und einen Interessensausgleich mit dem Betriebsrat laufen noch. Ein Ergebnis wird bis Ende des Jahres erwartet.
Die Neuausrichtung von Optovision zeigt den wirtschaftlichen Druck, unter dem produzierende Unternehmen in Deutschland stehen. Während Rodenstock die Entscheidung als strategisch notwendigen Schritt sieht, stehen viele Beschäftigte vor einer unsicheren Zukunft. Die kommenden Monate werden zeigen, welche sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen die Verlagerung tatsächlich haben wird.